„Heilige Nacht“ im Angermuseum

„Stille Nacht, heilige Nacht“ gilt weltweit als das bekannteste Weihnachtslied und als Inbegriff des deutschen Weihnachtsbrauchtums, doch das Lied, das aus der Feder des Hilfspfarrers Joseph Mohr im 19. Jahrhundert geflossen und vom Dorfschullehrer Franz Xaver Gruber vertont worden war, ist längst nicht das älteste Weihnachtszeugnis.

Im Vordergrund liegt der Knabe in einen von sechs Engeln umgebenen Steintrog gebettet, in dem er gleichsam zu schweben scheint. Links hinter dieser Krippe kniet Maria in jugendlicher Schönheit. Ihr mit einem feinen durchsichtigen Schleier bedecktes Haupt ist in ein magisches Licht getaucht. Andächtig betet sie das Kind an. Die Gestalt Josefs ist etwas weiter in den Hintergrund gerückt; von rechts drängen sich vor ihm Ochs und Esel an die Krippe. In seiner Haltung drückt der bärtige Mann das Erstaunen über das Geschehen aus. In einem fensterartigen Auschnitt eröffnet sich links oben der Blick auf eine hügelige Landschaft mit Schafen und Hirten. Im nächtlichen Himmel schwebt der Engel, der den Hirten das Ereignis verkündigt. Im Hintergrund rechts stehen drei erregt gestikulierende bärtige Männer, es sind wohl die herbeigeeilten Hirten, die dem Kinde huldigen wollen.
Bild: © Angermuseum Erfurt, Inv.-Nr. MA 72

Im Angermuseum, dem Kunstmuseum der Landeshauptstadt, ist Cranachs „Heilige Nacht“ aus der Zeit um 1537 zu entdecken. Das bedeutende Gemälde, welches die Geburt Jesu Christi – also die Weihnachtsgeschichte schlechthin – in den Blick nimmt, wurde 1913 vom Erfurter Museum erworben.

Cranach der Ältere malte die Erfurter Geburt Christi in einem imaginären, nicht näher begrenzten Raum. Im Vordergrund liegt der Knabe in einen von sechs Engeln umgebenen Steintrog gebettet, in dem er gleichsam zu schweben scheint. Links hinter dieser Krippe kniet Maria in jugendlicher Schönheit. Ihr mit einem feinen durchsichtigen Schleier bedecktes Haupt ist in ein magisches Licht getaucht. Andächtig betet sie das Kind an. Die Gestalt Josefs ist etwas weiter in den Hintergrund gerückt; von rechts drängen sich vor ihm Ochs und Esel an die Krippe. In seiner Haltung drückt der bärtige Mann das Erstaunen über das Geschehen aus.

Besucher, die ebenfalls über das weihnachtliche Geschehen staunen möchten, können das hochgeschätzte Cranach-Gemälde im Angermuseum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr betrachten. Am ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei.