22. Dezember im Erfurter Weihnachtskalender

22.12.2018 00:00 – 22.12.2018 24:00

Hinter dem heutigen Türchen verbergen sich die Erkenntnis, dass Äußerlichkeiten nicht alles sind und das Versprechen: Rupfi lebt weiter!

Fotomotiv mit einem roten Kreis gefüllt mit einer Zahl 22
Bild: © Stadtverwaltung Erfurt
22.12.2018 24:00

22. Dezember im Erfurter Weihnachtskalender

Genre Veranstaltung
Veranstalter Stadtverwaltung Erfurt

Wir lieben Rupfi!

Weihnachtsbaum 2018 mit Blick auf Dom und Severi
Foto: © Stadtverwaltung Erfurt

Die Geschichte des Erfurter Weihnachtsbaums 2018 ist eine schöne Geschichte. Eine, die zu den Werten der Weihnachtszeit passt. Und vielleicht gerade deshalb so gerne erzählt wird.

Aber der Reihe nach: Am 11. November wurde eine Rotfichte auf den Weihnachtsmarkt gesetzt. 27 Meter hoch, 70 bis 75 Jahre alt und aus dem Waldgebiet zwischen Gehren und Möhrenbach kommend. Ein schöner, vielleicht nicht perfekter Baum. Sofort begann ein entsetzter öffentlicher Aufschrei: Was ist das für ein Baum? Wo sind die Nadeln? Wer hat denn den ausgesucht? Die Medien stiegen in die Empörung ein. Ein Pannenbaum, der hässlichste Baum Deutschlands – überregional wurde Erfurts Weihnachtsbaum verspottet. Das war zuviel für die treuen Erfurter Weihnachtsfans. Es regte sich Protest gegen die Hänseleien. Das Stadtmagazin Takt verpasste dem Baum einen Namen: Rupfi. Der Radiosender Antenne Thüringen gab ihm ein virtuelles Zuhause auf Facebook. Und die Menschen begannen, „ihren“ Baum zu verteidigen. Nicht die Äußerlichkeiten, das oberflächlich Sichtbare sei wichtig. Die Werte sind das Wesentliche, auch und gerade in der Weihnachtszeit. Das Authentische. Die echte Natur ist nicht perfekt, echte Natur benutzt keine Schablonen für Fichten, echte Natur hat keine DIN-Norm für die ideale Zweiganzahl. Mit dieser Erkenntnis und einer gehörigen Portion Selbstironie hat Rupfi mittlerweile fast 6.000 Facebook-Fans, ein eigenes Lied („Lästern verboten“), Buttons, Karten und deutschlandweite Berichterstattung von ZDF über NTV bis Vogue. Begeisterte Weihnachtsmarkt-Besucher drängeln sich um den Baum, als Fotomotiv ist er auf der Beliebtheitsskala ganz oben und seine Fan-Gemeinde wächst weiter.

Und wie jede gute Weihnachtsgeschichte hat auch die von Rupfi ein Happy End: Wenn er am 7. Januar abgebaut wird, wird er nicht einfach entsorgt. Was genau geplant ist, verraten wir noch nicht. Aber klar ist: Rupfi kommt wieder. Ein Stück von ihm wird uns weiterhin durch die Weihnachtszeiten begleiten. Denn wenn wir eins von Rupfi lernen können, dann: Manchmal ist unperfekt eben doch perfekt!